Bilder-SEO

„Bilder sind schnelle Schüsse ins Gehirn.“

In der Werbepsychologie gelten durch Bilder vermittelte Informationen als besonders leicht bzw. ohne große gedankliche Anstrengung aufnehmbar und daher als besonders geeignet für den eher passiven oder zeitlich limitierten Rezipienten (vgl. Kroeber-Riel, 1996).

Bilder werden also in erster Linie nicht nur schneller aufgenommen als Sprache im Sinne von Text, sie werden in der Regel auch als glaubwürdiger empfunden und eignen sich somit besser zur Vermittlung emotionaler Eindrücke. Für den Einsatz von Bildern in der Universal Search von Google kann dies eine gute Möglichkeit zur gelungenen Konvertierung der Nutzer darstellen: Ein solcher, der zu einer Suchanfrage ein relevantes und seinen Bedürfnissen entsprechendes Bildergebnis ausgegeben bekommt, neigt zu einem intuitiv-emotionalen Klickverhalten. Während sich der Blickverlauf eines Betrachters bei der Rezeption aller Suchergebnisse in der Text-Suche im europäischen Sprachraum kulturgeschichtlich bedingt eher zielgerichtet von links oben nach rechts unten gestaltet, lässt die Bilder-Suche zusätzlich eine diffuse Wahrnehmung der Blick-Peripherie zu: Was auffällt und/oder gefällt, „schießt“ sozusagen direkt ins Auge des Betrachters und fördert die Klickkonvertierung – auch außerhalb der Top-Positionen 1-3.

Für Webseiten wie Online-Shops bietet die Optimierung von Bildern zu spezifischen Keywords daher einen Zusatznutzen, der nicht unerheblich für den Traffic einer Landingpage ist. Im Hinblick auf den erfolgreichen Einsatz von Bildern in der organischen Suche gibt es verschiedene Themen, die bei der Optimierung eine zentrale Rolle spielen:

Bildästhetik

Nike Air MaxDieser erste Punkt klingt zunächst aus SEO-Sicht eher banal, ist aber letztendlich entscheidend für die erfolgreiche Konvertierung. Erfolgt diese nicht, wird die gesamte Optimierung unwirksam. Ein Bild sollte daher nicht nur den visuellen Vorstellungen der Zielgruppe zu einem bestimmten Thema entsprechen, sondern sich nach Möglichkeit zusätzlich durch einen besonderen Reiz auszeichnen. Durch emotionale Reize wie Humor oder Überraschung kann somit eine Differenzierung zu anderen Bildergebnissen geschaffen werden. Bei Online-Shops, die Produktfotos zur Optimierung verwenden, ist die professionelle und attraktive Umsetzung der Produktpräsentation Voraussetzung. Aber auch bei der Bebilderung von Blogartikeln und Beiträgen wirkt ein authentisches und glaubwürdiges Bild in der Regel besser als ein schnell erworbenes Stock-Foto im inszeniert-werblichen Look.

Beispiel: Der Nike Air Max Schuh in Burgerform (Ole Hemmendorf; Quelle: www.sneakerfreaker.de) ist ein gelungenes Beispiel für den Einsatz von überraschenden Reizen. Dieses Bild war über mehrere Wochen hinweg in den vorderen Rängen für den Suchbegriff „Nike Air Max“ zu finden.

Bildformatierung

Die passende Formatierung ist ein grundlegender Bestandteil der Onpage-Integration von Bildern. Unnötig große Dateiformate mit fehlender Komprimierung führen zu ungewünscht hohen Ladezeiten. Es gilt also, die Wahl des richtigen Dateiformates, der passenden Dateigröße sowie möglicher Komprimierung zu beachten. Google stellt verschiedene Bildformate in der Bildersuche dar, jedoch mit beschränkter Höhe. Aus den dargestellten Ergebnissen leitet sich folgender Tipp ab: Je breiter das Bild, desto besser kann der Platz ausgenutzt und desto zentraler die Inhalte dargestellt werden. Gleiches gilt für die Nutzung der Bildersuche bei Smartphones: Hier nehmen Bilddateien mit maximaler Breite eine sehr attraktive Position ein.

Darstellung Bildersuche Madonna

Bildauszeichnung

Die Basics der Suchmaschinenoptimierung von Bildern liegen in der richtigen Auszeichnung eines Bildes. Das Thema, für welches ein Bild aufgefunden werden soll, findet sich in der Verwendung des entsprechenden Keywords wieder. Dieses sollte im Alt-Tag des Bildes enthalten sein. Der alt-tag beschreibt den Inhalt eines Bildes und kommt auch dann zum Einsatz, wenn ein Bild nicht dargestellt werden kann, z.B. bei Serverproblemen.

Im Gegensatz zum alt-tag steht die Nennung des Keywords im Bild-Title nicht in direktem Zusammenhang mit der Wirksamkeit der Optimierung, wohl aber kann sie dem Nutzer als hilfreiche Zusatzinformation dienen und ist somit nicht irrelevant.

Idealerweise ist das Keyword ebenfalls im Bildnamen enthalten. Es gilt dabei als diskussionswürdig, mit welcher Wichtigkeit sich dieser Rankingfaktor auswirkt. Bei vielen der Top-Ergebnisse fehlt das Keyword im Dateinamen gänzlich (dieses Argument spicht häufig für die Betreiber großer Webseiten mit umfangreichen Bild-Datenbanken, bei denen sich dieser Punkt der Optimierung oftmals schwierig gestaltet). Jedoch fällt auf, dass ein kleiner Blog beispielsweise gleich mit drei Bildern in den Top-Ergebnissen für das Keyword „Nike Air Max“ rankt, dies im Zusammenhang mit der Keyword-Angabe in den Bildnamen, und zwar in verschiedenen Kombinationen mit weiteren Keywords aus dem Bereich Bekleidung.

Darstellung Bildersuche Nike Air Max

Onpage-Einbettung

Ein weiterer wichtiger Faktor zur Optimierung von Bildern ist die gelungene Einbettung in die entsprechende Landingpage. Diese stimmt im Idealfall möglichst weitgehend mit dem entsprechenden Thema überein. Das Keyword findet somit auch „außerhalb“ des Bildes Verwendung, beispielsweise in den Überschriften und im Fließtext, in den internen Verlinkungen und in den Meta-Informationen.

Crawling & Indexierung

Nach Möglichkeit werden die Bilder per Sitemap hochgeladen. Dieser Prozess fördert in der Regel die schnellere Indexierung. Die Crawlability sollte zudem sichergestellt werden; so lässt sich beispielsweise bei voreingestellten Website-Settings durch Kontrolle der robots.txt sicherstellen, dass nicht versehentlich Bilderordner für den Crawler geblockt werden. (Vgl. Martin Mißfeldt, 2011)

Definition der Bildthemen

Bei dem zielgerichteten Einsatz von Bildern für spezifische Keywords sollte weiterhin das Suchverhalten des Nutzers während der Bildersuche beleuchtet werden. Inwieweit verändert sich ein mögliches Suchverhalten? Es ist zu vermuten, dass Nutzer bei der Suche von Bildern weitaus mehr auf Keywords oder Keyword-Kombinationen mit Attributen, die eindeutige visuelle Inhalte beschreiben (wie Farben, Muster, etc.) zurückgreifen als bei der normalen Google Suche nach Textanzeigen.

Ein in dieser Weise optimiertes Bild hat somit die Chance, das Nutzerinteresse direkt und ohne „Zwischenklick“ zu befriedigen und erreicht somit unter Umständen eine höhere Conversion als ein Textergebnis.

Verlinkung von Bildern

Unter Hotlinking versteht man die Mehrfachverwendung von Bildmaterial. Beispielsweise verlinken mehrere Seiten auf eine Bilddatei, die in einem bestimmten Ordner gehostet wird. Die Mehrfachverwendung an sich ist ein positives Signal für Google – gibt Google diese Datei nun aber in der Bildersuche aus, muss eine Entscheidung über die linkende Quelle getroffen werden; diese trifft Google nach verschiedenen Kriterien wie beispielsweise der Trust Authority der linkenden Domain.

Bildrechte

Zwar (noch) kein Ranking-Faktor für Google, aber dennoch ein wichtiges Thema im Hinblick auf Bilder-SEO. Die korrekte Angabe der Bildquelle und des Bildeigentümers stellt bei fremden und nicht käuflich erworbenen Bildern eine unverzichtbare Information dar. Dies gilt auch für Free Stock-Fotos. Wer diesen Anforderungen nicht nachkommt, muss unter Umständen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Gleiches gilt auch im Umkehrschluss für die Recherche von Bildmaterial mithilfe der Google Bildersuche: Wird der Urheber nicht ausdrücklich genannt, gilt die Nutzung schlichtweg als unzulässig.

Optimierung der Bildgröße

Bilder sind ein wesentlicher Faktor, wenn es um das Thema „Geschwindigkeit“ bei Webseiten geht. Damit eine Seite möglich schnell dargestellt wird, sollte bei der Bildoptimierung darauf geachtet werden, dass das Bild zum einen möglichst komprimiert (und immernoch gut dargestellt wird), und zum anderen natürlich in der auf der Website verwendeten Auflösung bereitstellt. Bilder in einer hohen Auflösung zu laden und anschließend über HTML-Angaben kleiner darzustellen, belastet die Bandbreite von Server und Nutzer gleichermaßen. Im Netz finden sich mit tinypng.com und www.jpegmini.com Programme, die Bilder in optimierter Form abspeichern können.