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re:publica 2018 – Recap: Über Pop, Influencer und Medientrends

Die re:publica, eine der größten Konferenzen rund um Internet und digitale Gesellschaft, holte zusammen mit der Media Convention Berlin fast 20.000 Digitalbegeisterte in die Bundeshauptstadt.

Auf dem Areal der Station Berlin hieß es Anfang Mai: „POP – the power of people“: „Das Internet ist von einem Ort der Kommunikation zu unserem Lebensraum geworden. Das Netz ist Pop und damit Popkultur“, erklären die Veranstalter der re:publica das diesjährige Motto. Beim Call for Participation gingen diesmal über 1.050 Einreichungen ein und so kamen an drei Tagen über 300 Sessions von mehr als 600 Sprechern auf 19 Bühnen zustande. Was uns besonders positiv aufgefallen ist: Fast die Hälfte der Speaker auf der re:publica war weiblich.

Influencer Marketing: Wie wichtig ist Transparenz?

Teil der Popkultur sind heutzutage auch Influencer. Wobei der Großteil der Influencer gar keine Lust mehr darauf hat, Influencer genannt zu werden. „Content Creator“ sei ein viel passenderes Labelling, meinte etwa Franziska von Lewinski, die im Vorstand der fischerAppelt AG das Ressort Digital und Innovationen betreut. Sie war Teil eines – richtig! – rein weiblichen Panels zum Thema Transparenz im Influencer Marketing, das im Rahmen der Media Convention Berlin stattfand. Mit auf der Bühne waren Influencerin Vreni Frost, die es bevorzugt, Bloggerin genannt zu werden, sowie aus dem Bereich der Medienregulierung Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt. Moderiert wurde der Talk von Geraldine de Bastion, Politologin und digitale Beraterin für Unternehmen.

 

Media Convention Berlin_ Transparenz Panel (c) Uwe Völkner

Der Panel zum Thema Transparenz im Rahmen der Media Convention Berlin. Foto: Uwe Völkner

 

Zwischen Kennzeichnungspflicht und #abmahngate

Das Panel, das sich eigentlich rund um Fragen zu Transparenz und Kennzeichnung entspinnen sollte, wurde zu einer Kampfansage von Bloggerin Vreni Frost. Der Verband Sozialer Wettbewerb mahnte Frost vor kurzem ab. Der Vorwurf: Alles, was gepostet wird, ist Werbung und daher kennzeichnungspflichtig. Konkret ging es um Produkte, die im Instagram Feed der Bloggerin zu sehen waren, die Frost allerdings selbst gekauft hatte. Demnach stellen diese Produkte also keine Werbung im eigentlichen Sinn dar. Vreni Frost subsumierte das Debakel unter #abmahngate und bat das Publikum der Media Convention Berlin um Unterstützung, wenn sie demnächst gegen den Verband vor Gericht ziehen muss.

Frost ist mit dieser Situation nicht alleine. Seit einiger Zeit schießt der Verband scharf gegen Influencer. „Diese Abmahnindustrie schadet dem Influencer Marketing. Wir brauchen die Influencer, sie sind unser Zugang zur jungen Zielgruppe“, betonte Lewinski im Talk. Influencer Marketing ist für Agenturen zu einem fixen Kanal im Medienmix geworden. Allerdings funktioniert es nur, wenn die Glaubwürdigkeit auf beiden Seiten – Influencer wie Marken – erhalten bleibt.

Klar und bekannt ist, dass werbliche Posts gekennzeichnet werden müssen. Dabei sollte „Werbung“ als erstes Wort im Post bzw. in der Caption genannt werden, empfahl Cornelia Holsten. „Eigentlich ist alles gesagt zu diesem Thema und jeder weiß Bescheid, dennoch gibt es immer noch schwarze Schafe unter den Bloggern, die nicht kennzeichnen, weil es nach wie vor Firmen gibt, die für Nicht-Kennzeichnung mehr Geld bezahlen“, gab Holsten auf der Bühne zu bedenken. Lewinski forderte außerdem mehr Verantwortung auf Seiten von Plattformbetreibern wie Instagram ein.

 

Republica Konferenz (c) Jan Zappner

Full House auf der re:publica Konfrenz. Foto: Jan Zappner

 

Zusammenarbeit mit Influencern: Der richtige Fit entscheidet

Der Schlüssel zum Erfolg im Influencer Marketing ist der richtige Fit zwischen Influencer und Marke. Die Reichweite zum entscheidenden Kriterium zu erheben, greift zu kurz – darin waren sich die Teilnehmerinnen des Panels einig. Für Werbetreibende gilt: Die beworbenen Inhalte müssen für die Zielgruppe relevant sein. „Wenn die Inhalte Relevanz besitzen, dann ist es dem Konsumenten egal, ob es sich dabei um Werbung handelt oder nicht“, betonte Lewinski. Ein Bereich, in dem die Expertin Potential verortete: Influencer Marketing im B2B.

Die Medien Trends: Was bleibt, was kommt?

Neben kontroversen Themen – wie die nach wie vor bestehenden Grauzonen im Influencer Marketing und Netzauswüchse wie organisierte, Bot-gesteuerte Hassangriffe auf YouTube – bot die re:publica auch einen Überblick über die wichtigsten Trends im Medien- und Social-Media-Bereich.

  1. Der Podcast-Hype ist noch nicht vorbei. Bester Beweis: Google arbeitet gerade an der Integration von Podcasts in seine Suche. Stehen uns also SEO-optimierte Podcast-Inhalte bevor?
  2. Der Einsatz von Voice Search und Sprachassistenten steht erst ganz am Anfang – hier ist also noch einiges zu erwarten.
  3. Newslettern wird ein Revival als wichtiges Kundenbindungstool vorausgesagt. Sie punkten mit kuratierten Inhalten, die von Menschen (!) und nicht von Algorithmen zusammengestellt werden.
  4. Algorithmen vor Authentizität: Immer mehr Nutzer produzieren ihre Social-Media-Inhalte nicht mehr möglichst authentisch, sondern möglichst nah an den Vorgaben der Plattform.
  5. Der Erfolg der Instagram Stories hat alle Erwartungen übertroffen – und damit unternehmensintern bei Facebook überrascht. Man hatte nicht damit gerechnet. Jedoch ist mittlerweile eine gewisse Professionalisierung zu beobachten, was in weiterer Folge zu Glaubwürdigkeitsproblemen des Formats führen könnte.
  6. Facebook-Gruppen – eigentlich ein alter Hut – erhalten zusehends Aufmerksamkeit, wenn es um gezieltes Engagement mit der Zielgruppe geht.
  7. Musical.ly, Musical.ly, Musical.ly: Wer die junge Zielgruppe im Auge hat, muss sich diese (nicht mehr ganz neue) Plattform genauer ansehen.

Unser Fazit

Wenn es um die Digitalisierung geht, ist re:publica DAS Event des Jahres. Mit 19 Bühnen, 600 Speakern und 20.000 Besuchern ist die Konferenz die ideale Plattform für den Austausch mit anderen Digitalbegeisterten. Spannende Trends, Insights und die besten Tipps – das alles bietet die re:publica ihren Besuchern. Wir kommen wieder!



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