Online Marketing Rockstars 2014 Recap

Am 21. Februar ging es für Dominik und mich bereits früh morgens nach Hamburg in Richtung des Stage Theaters. Hier, wo normalerweiser „Der König der Löwen“ aufgeführt wird, fand die diesjährige Online Marketing Rockstars Konferenz statt. Was uns dort so an Vorträgen und Wissen erwartet hat, habe ich im Folgenden mit etwas Verspätung zusammengefasst.

1. Digital Marketing Magic by Jonah Peretti

Jonah Peretti

Eröffnet wurde die Konferenz von Jonah Peretti, dem Gründer von Buzzfeed und der Huffington Post. In seinem Vortrag unterhielt er die Teilnehmer mit eigenen Erfahrungen und wie er es Dank seiner Projekte http://blackpeopleloveus.com/ und http://www.rejectionline.com/ unfreiwillig als Experte zu Opra, CNN und ins People Magazin geschafft hat. In diesem Zusammenhang gab er ein paar Tipps zu dem Thema, was Content interessant macht:

  • Content is about identity
  • Capture the moment (zeitgeist)
  • Cute animals deserve respect
  • Humor is inherently social
  • Human rights
  • Nothing embarassing

Was sich verbreitet, hängt aber auch von der Plattform ab. Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was einen selbst interessiert und dem, was man mit Freunden teilen will. Zum Abschluss verriet er uns noch seine persönlich Strategie für die Zukunft: „research user-behaviour, longform content, investigative reporting“

2. Remarks on Search Engine Advertising by Benjamin Edelmann

Benjamin Edelmann ist Dozent an der Harvard Business School und analysiert mit seinem Team dort die Entwicklungen im Suchmaschinenmarketing. Besonders genau hat er Google unter die Lupe genommen und in seinem Vortrag noch einmal auf das Machtstreben des Konzerns hingewiesen. Außerdem zeigte er die Negativ-Entwicklung von Google in Bezug auf Benutzerfreundlickeit anhand eines Beispiel: Früher konnte man den Firmennamen ohne TLD eingeben und wurde automatisch auf die entsprechende Firmenseite weitergeleitet. Heute wird man auf die Suchergebnisliste weitergeleitet, was für den Nutzer umständlicher ist, aber für Google mehr Klicks auf bezahlte Anzeigen, die in den Ergebnissen als erstes angezeigt werden, bedeutet. Außerdem wurde auch noch einmal die Datenspionage durch Streetview angesprochen – sollen wir wirklich glauben, dass die sensiblen Daten aus Versehen ausspioniert wurden? In diesem Zusammenhang lobte er auch noch einmal das Datenschutzbewusstsein der Deutschen, welches eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung dieses Spionage-Skandals spielte.

3. Towards a better understanding of display media buying by Christoph Schäfer

Christoph Schäfer ist der Gründer von Performance Media und beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Bannerwerbung. Die klassische Displaywerbung ging in den letzten 18 Monaten stark zurück, die Zukunft heißt Targeting. Als bestes Beispiel führte er hier Facebook an: 2012 wurden durch Display-Buchungen zwei Millionen € im Jahr erzielt, 2013 waren es dann 2,5 Millionen pro Monat. Man setzt heute mehr auf Qualität der Daten, anstatt auf Quantität, damit die Werbung nicht wahllos gestreut wird, sondern gleich an die Zielgruppe gerichtet ist. Im Bereich Mobile gibt es laut Aussage von Christoph Schäfer die besten CPOs abzuholen. Da kaum einer den Traffic verwerten kann, ist er auf diesem Sektor noch sehr billig. Weiterer wichtiger Punkt: „TV wird Display“.

4. SEO 2014 by Rand Fishkin

Rand Fishkin

Ein Highlight jagte das nächste, denn nun Stand Rand Fishkin aka “the wizard of moz” auf der Bühne. Nachdem er kurz seine Deutschkenntnisse zum Besten gegeben hatte, ging es los mit seinen Ideen zum Thema „Keeping up with Google“. Wieviel Arbeit in dieser Aussage steckt, wurde erst einmal an Zahlen verdeutlicht („every day, 78% of search results have some ranking change“…). Dabei wurde auch darauf hingewiesen, wieviel unglaublich unseriöse Angebote es immer noch im Bereich Onlinemarketing gibt („I will write an SEO action plan for your site on how to optimize it and get it ranking for $5“ ). In der Präsentation ging es weiter mit den Fragen „Welche Grundlagen müssen wir als SEOs wissen?“ und „Was kann können wir aus Googles Vergangenheit lernen?“. Zum Abschluss gab es noch drei strategische und drei praktische Tipps für 2014 von dem SEO-Guru aus Seattle, denn „SEO in 2014 is much more than just SEO“. Die komplette Präsentation könnt ihr euch hier anschauen und mehr Präsentationen von Rand Fishkin gibt es hier.

5. Best Online Marketing Tools by Florian Heinemann und Danuta Florczyk

Florian Heinemann, der Gründer und Geschäftsführer von Project A und Danuta Florczyk, die Geschäftsführerin der Tectumedia GmbH, gaben uns nun einen sehr tiefgehenden Vortrag zum Thema Onlinemarketing Tools 2014. Was der Moderator und Veranstalter Philipp Westermeyer später „deepen Online Marketing shit“ nannte, fasste Florian Heinemann mit den Worten „Wenn man’s gut machen will, wird’s halt kompliziert. Mittelpunkt des Vortrags war Real Time Advertising. Auch hier war der O-Ton wieder: Die richtigen Tools nutzen – nicht Quantität sondern Qualität sollte im Fokus liegen.

6. Creating real rockstars by Elvir Omerbegovic

Elvir Omerbegovic

Elvir Omerbegovic hat sich ein eigenes Musik-Imperium mit Selfmade-Records geschaffen, zu dem unter anderem auch Favorite, Kollegah, Genetikk und 257ers gehören. Da Texte à la „F… deine Mutter“ in den klassischen Medien oft nicht so gut ankommen, hat sich der frühere Rapper mit alternativen Vermarktungsmöglichkeiten beschäftigt. Wichtigstes Stilmittel dabei: Provokation. Ob durch das Plakatieren von ganzen Häuserzeilen oder Heino zum Duell herausfordern, Omerbegovic weiß wie man Aufmerksamkeit erregt, was auch die 100 Millionen Klicks auf YouTube-Videos seiner Künstler beweisen. Nach einigen Beispielen über die Kaufkraft der Marke Hip-Hop / Rap gab er noch allen Teilnehmern den Rat, keine Vorurteile gegenüber Gangster-Rap zu haben sondern hier das Vermarktungs-Potential zu sehen.

7. The perspective of a classic marketing rockstar by Michael Trautmann

Michael Trautmann

Michael Trautmann führt mit thjnk eine der erfolgreichsten deutschen Werbeagenturen. Zu Beginn verdeutlichte er uns an dem Beispiel Facebook vs Priceton, dass Marketing sowieso bald sterben wird. Auch hier lag der Kern der Aussage wieder darin, dass Qualität über Quantität geht und Mistargeting nicht nur uneffektiv ist, sondern auch viele Leute verärgert bzw. die Marke in ein schlechtes Licht Rücken kann. Nicht nur Pushen, sondern auch Pullen lautet das Motto. Als Best-Practice-Beispiel verwies er auf die Obama-Kampagne, die sich aller möglichen On- und Offline-Kanäle zur Promotion bediente. Als krönenden Abschluss nutzte er seinen Moment auf der großen Bühne des Stage-Theater und sang für die Teilnehmer Angels von Robbie Williams und erntete dafür Standing Ovations. Selbst das Bo, das im Anschluss im Bademantel, allen einen Vorgeschmack auf die Aftershowparty gab, konnte da nicht mithalten.

8. Social Media in Action by Ben Huh

Wer könnte über das Verbreiten von Inhalten besser erzählen als der Vater des Cat-Content? Mit seinen Projekten failblog und cheezburger.com , hat Ben Huh es geschafft, dass seine Inhalte kostenlos von Fans um den ganzen Globus getragen werden. Auf der OM ging es speziell um das virale Potential von Real Time Content. Wie schnell sich Inhalte verbreiten können und welche unterschiedlichen Reaktionen diese hervorrufen können, erklärt Ben an dem Beispiel von Oreo`s Kampagne zum 25. Juni im Zeichen des Gay Pride. Um nachhaltig Erfolg zu erzielen, ist es wichtig aus seinen Fehlern zu lernen: „You have to create a Feedback Loop“ -> fail – learn – increase. Außerdem ging es um die Vielfalt an unterschiedlichen Devices und wie sich diese in Zukunft auf das Marketing auswirken. „Devices force to think differently about content“. Marketer müssen umdenken und Inhalte an die verschiedenen Screens anpassen.

9. Queep – Eine Mobile-Marketing-Erfolgsgeschichte by Cornelius Reust

Cornelius Reust ist Inhaber der Firma Queep in Köln. Die Flirt & Live Games App ist in Deutschland noch relativ unbekannt, erfreut sich aber im Ausland großer Beliebtheit und erzielt im Monat 2 Milliarden Page Views mit einer durchschnittlichen Session von 20 Minuten. Seine Prognose: Mobile wird 2014 die Desktop-Suche überholen und Marktführer wird das Betriebssystem Android, IOS wird weiterhin stark verlieren. Er sieht die Vorteile einer App gegenüber mobil-optimierten Websites im Bereich der Kommunikation mit dem Nutzer und in der User Experience.

10. Sport- und Digital-Marketing: Echte Liebe? By Carsten Cramer

Als Vertreter von einem eher unbeachteten Feld des digitalen Marketings, luden die Veranstalter dieses Jahr Carsten Cramer, den Vertriebs- und Marketingdirektor von Borussia Dortmund ein. Zentrale Frage des Vortrags: Wie passen Sport und digitales Marketing zusammen und wo bleibt dabei die echte Liebe? Die digitalen Kanäle sind für den Verein ein wichtiges Mittel um neben seinen 54.000 Dauerkartenbesitzern auch die 28,7 Millionen Sympathisanten in Deutschland zu erreichen. Borussia Dortmund erzielt derzeit 35 Millionen € Umsatz mit Fanartikeln, von denen mehr als 50% über den Online-Shop erzielt wurden. In Zukunft soll unter „#Spieltag“ eine Social-Media-Strategie laufen, die am Spieltag das Spielerlebnis auf eine Dauer von 840 Minuten ausweitet. Auch das Stadion wird jetzt Dank neuer Sponsoren W-LAN-fähig. Hier ermahnt der eingefleischte BVB-Fan allerdings, dass während dem Spiel nicht das Handy, sondern das Geschehen auf dem Platz im Vordergrund stehen soll. Auch Real-Time-Werbung über die App des Vereins ist in Planung. Für die Borussia ist es ein schmaler Grad zwischen Authenzität und Vermarktung, aber Carsten Cramers Fazit lautet trotzdem: Sport- und Digital-Marketing = Echte Liebe.

11. Der ganz besondere Klick by Nico Putz und Adrian Oettl

Die beiden Gründer von Cash4webmaster.de gingen in Ihren Vortrag auf Paid4-Traffic und Layer Ads ein. Es wurden verschiedene Kampagnen im klassischen Paid4-Traffic vorgestellt. Dabei kamen die beiden Redner zu dem Ergebnis, dass dieser Bereich wenig empfehlenswert ist, da der Traffic zu künstlich und die Kaufkraft zu schwach ist. Etwas positiver schneiden die Layer Ads ab. Hier gibt es generell hohe Klickraten, womit diese Werbeform sehr attraktiv für Advertiser ist. Mit ihrer großen Reichweite stellen Layer Ads eine gute Alternative zu den klassischen Bannern. Nachteil ist allerdings, dass diese Werbeform von vielen Usern als störend empfunden wird. Außerdem ist die mobile Auslieferung noch nicht optimiert.
Nach dem stand nun Kaffeepause auf dem Plan. Aber anstatt Kaffee und Kuchen hatten die Veranstalter ein anderes Highlight geplant. Fettes Brot stürmte die Bühne und brachte den Saal in Stimmung. Die Überraschung war auf jeden Fall gelungen.

12. Data at work: Daten-Strategien die heute funktionieren by Thomas Brandhoff

Thomas Brandhoff ist einer der drei öffentlichkeitsscheuen Gründer, die vor 4 Jahren Sociomantic gegründet haben. Mittlerweile erzielt die Firma 100 Mio $ Jahresumsatz und beschäftigt ca. 160 Angestellte, darunter ehemalige Mitarbeite von Google. Im Bereich Real-Time-Bidding entwickelten Sie eine Demand-Side Plattform. Auch er rät, wie einige Redner zuvor, die Maßnahmen im Bereich Advertising zu personalisieren und damit das vorhandene Budget effizient einzusetzen. Seine Zukunftsprognose ist, dass Mediapläne in sehr viel umfangreicher werden und sich automatisiert erstellen.

13. Panel-Diskussion zu smart data by Philipp Westermeyer

Als nächstes wurden vier Experten zur Diskussion auf die Bühne gerufen um noch einmal über die Erkenntnisse des Tages zu diskutieren. Außer dem Moderator und Organisator Philipp Westermeyer kamen auch Andreas Richter (plista), Kerstin Pape (OTTO), Bente Hepper (Deutsche Post AG) und Dominik Wöber (Google) zu Wort. Kerstin Pape sieht in Zukunft „noch einiges an Luft für Display“ bei Affiliate sieht es Ihrer Meinung nach „leider düster aus“. Auch im Bereich SEO sieht Sie noch Wachstumspotential. Für Dominik Wöber wird in Zukunft der Bereich Mobile ein besonders wichtiges Feld sein außerdem werden zentrale Datenmanagemant-Tools eine wichtige Rolle spielen.

14. End Game: What your industry will look like. Why? And how you can profit from it by John Battelle

Mit John Battelle, dem Mitbegründer der Zeitschrift WIRED, Autor des Bestsellers The Search, Veranstalter der allerersten Web-Konferenz Tech-Web (mit Tim O`Reilly und CEO bei Federated Media, hatte die Konferenz einen krönenden Abschluss. Unter dem Motto „Becoming Data“ ging er erstmal auf seinen persönlich Werdegang ein und wie er und sein Team per Zufall den ersten Werbebanner erfanden. Auch hier spielte das Thema Real-Time Adverstising eine wichtige Rolle „RTA ist he most fundemental thing in the business“. Gerade heute wo uns Computer und Tools viel Arbeit abnehmen, wird Kreativität eine immer wichtigere Rolle spielen, denn diese lässt sich nicht durch Maschinen ersetzen.

Fazit

Elbphilharmonie

Nach diesem Vortrag ging es mit der Fähre wieder zurück auf die andere Elbseite, damit alle sich nochmal ausruhen konnten bevor um 21:00 Uhr die Abschlussparty mit „Das Bo“ startete. Alles in allem war die Konferenz vom Unterhaltungswert sehr hoch. Neben Das Bo und Fettes Brot hatte auch die mittlerweile bekannte Poetry-Slamerin Julia Engelmann einen Auftritt. Außerdem gab es Dank der vielen Sponsoren in den Pausen jede Menge zu sehen und viele Preise abzustauben. Zwischenzeitlich sah es auch mal so aus als würde Dominik, Dank seiner jahrelangen X-Box-Erfahrung, ein DTM-Wochenende gewinnen. Aber leider wurde seine Tagesbestzeit im Audi-Rennen kurz vor Ende noch knapp unterboten. Alles in allem eine aufregende Konferenz mit vielen interessanten Rednern und spannenden Vorträgen! Und Hamburg ist auch immer wieder eine Reise wert ☺!

Diesen Artikel teilen



Hinterlasse einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wir sind bekannt aus...

  • Werben und Verkaufen
  • Internet World Business
  • lead Digital
  • t3n
  • https://www.trustagents.de/wp-content/uploads/2016/07/5.png
  • Markt und Mittelstand
  • IHK
  • n-tv