SEO@Whiteboard: Interne Verlinkung

Da ich ja auf dem SEO Day und auch auf der SEOkomm durchaus hitzige Diskusionen zu dem Thema interne Verlinkung hatte, habe ich mir gedacht, ich erkläre euch in der dritten Folge unseres Video-Podcasts SEO@Whiteboard einmal meine Sichtweise bzgl. der internen Verlinkung und der internen Linkjuice-Steuerung.

Aus der Vergangenheit lernen

Ich würde euch gerne kurz in das Jahr 2001 zurückführen, in dem noch der gute alte Pagerank das Maß aller Dinge war. Zu dieser Zeit herrschte der gute alte Pagerank-Algorithmus, der den Linkjuice-Flow 1-zu-1 wiederspiegelte. Zu dieser Zeit galt auch die Regel der 100 Links. Es gab auch die lustige 100KB-Regel, in der gesagt wurde, dass kein Dokument größer als 100KB sein darf, da Google es ansonsten nicht indiziert.

Das Pagerank-Modell basierte auf dem Random-User-Modell, was ich euch im Video etwas näher bringen werde. 2004 reichte Google dann folgendes Patent ein -> klick

Was besagt dieses Patent? Im Prinzip eigentlich nur, dass nicht jeder Link den gleichen Linkjuice vererbt bekommt – wie das Bild aus dem Patent hier recht gut verdeutlicht. Für mich ist somit zu 100 Prozent klar, dass wenn ich 100 Links habe und 50 davon entferne, die übrigen 50 Verlinkungen NICHT 50% mehr Power bekommen!

Was nimmt Google seit 2004 in die Bewertung von Links mit auf?

  • Schriftgröße des Ankertextes
  • Die Position des Links (Above/Below the Fold, Sidebar, Header, Content)
  • Ist der Link in einer Liste sowie die evtl. Position des Links in der Liste
  • Schriftfarbe und andere Attribute des Links (Kursiv, gleiche Farbe wie der Hintergrund, …)
  • Anzahl der Wörter im Ankertext
  • Wie kommerziell ist der Ankertext
  • Was für ein Linktyp ist es (Bild, Text, Area Map, …)
  • Wenn der Link ein Bildlink ist, wie groß ist das Bild?
  • Das thematische Umfeld des Links
  • und und und…

Wer noch etwas genauer ins Detail gehen möchte, der sollte bei Bill Slawski vorbeischauen.

Und morgen ist 2013

Ihr glaubt an so viele User Behaviour Ranking-Faktoren (Refined Search, CTR, Traffic Links, etc.). Ihr glaubt daran, dass soziale Signale das Ranking beeeinflussen und dass Google das Web so gut kennt, das der Traffic ein Rankingfaktor ist. Warum sollte also nicht auch Google so schlau sein und die Wahrscheinlichkeit der Berechnung der Wertigkeit eines internen Links abschätzen können?

Ich glaube, dass es nicht immer Sinn macht, 1000 Links auf einer Seite zu haben. Ich würde so etwas aber von Fall zu Fall abschätzen und nicht einfach pauschal sagen, dass es zuviele Links sind. Wenn ich mir zum Beispiel die Wikipedia-Seite über den Amerikanischen Sezessionskrieg anschaue, so hat diese über 930 interne Links – für mich hat jeder Link dort seine Berechtigung 😉

Aber hey: Jeder wie er will – das ist doch das Schöne an SEO!

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Kommentare (15)

  • Julian Antworten

    Schöner Beitrag, gut das es mal jemand in der Form anspricht.

    Zwei Punkte dazu:
    1. Ich hatte deine Stimme nur auf links im Headset.. war etwas unschön zu hören. Ist sicherlich nur ein kleines Videoschnittproblem.
    2. Prinzipiell hast du recht, aber ich würde den Punkt des Crawlings hier noch mit in die Diskussion werfen. Google hat ja nur begrenzte Ressourcen pro Domain zu Verfügung und muss daher überlegen welche Seiten der Bot aufruft. Durch das Entfernen von Links kann ich den Crawler etwas besser steuern was gerade auf großen Seiten sehr viel ausmachen kann. Auf vielen Seiten versteht der Bot die Seite von alleine, aber hin und wieder benötigt er einen kleinen Schubs in die richtige Richtung 🙂

    • Dominik Antworten

      Hi Julian,

      1. hmmm ich check das mal. Durchaus möglich das da im Schnitt was kaputt gegangen ist.

      2. Crawling ist ein guter Punkt. Ich denke dann sollte man sich grundsätzlich über seine Informationsstruktur Gedanken machen, als Links zu entfernen. Klar helfen da aber auch interne Sitemaps. Ich würde das nur trennen von Indizierung und Linkjuice Flows. Gerade solche Linkseiten haben meist keinen Pagerank mehr.

      Ich glaub aber auch mittlerweile das Google jede auch noch so große Seite sehr zügig durchcrawlen kann. Sie versuchen ja sogar das Deep Web zu Crawlen. Selbst die kleinen SEO Tools schaffen es große Seiten in überschaubarer Zeit zu crawlen 😉 Auch die Crawlerengine ist in den letzten Jahren wesenlich schlauer geworden.

      Aber wie gesagt ist ein guter Punkt den man bedenken sollte.

  • Marco Janck Antworten

    Hallo Dominik !

    Danke für deine Erwähnung. Finde ich gar nicht so schlecht, dass wir „Fachleute“ auch mal nicht ganz einer Meinung sind. Die Diskussion bringt uns alle weiter. Ist ja nicht alles in Stein gemeisselt.

    Hier muss ich jedoch sagen, fällt mir nichts mehr ein ….. (kleine Psychobombe ;-))

    Mir fällt nichts mehr ein, weil ich mich genau daran erinnern kann, wie du mit Karl in meiner Session unter dem Tisch gelegen hast ;-). Du hättest also die Möglichkeit gehabt zu merken, dass ich nichts anders erzählt habe. In sofern ist es gar nicht so befruchtend. Ich habe genau deine Sichtweise geteilt (bis auf die Linkmenge an sich).

    Nur einen Unterschied gibt es. Ich glaube, dass eine Zalando (nur um ein Beispiel zu nehmen) einfach sehr viele Links (Marken) hat, die nach dem Schaufenstersystem keine Prio haben und unter normalen Umständen weniger Userfreundschaft erfahren müssten. Du sagst, dass es dort anders ist. Da trennen sich unsere Ansichten. Wenn ein Shop startet und nicht über die Trustmacht wie Zalando verfügt, sollte er sich genau überlegen, wo er welche Links platziert. Was mir wichtig ist, packe ich in mein Schaufenster und nicht in den Footer. Diese Schaufenstersicht ist normales menschliches Verhalten.

    Du steht ja auch nicht im normalen Leben vor einem Schaufenster und willst das wichtigste Produkt des Shop in der Toilette sehen, wo gerade die Tür aufsteht und du durch das Schaufenster noch gerade so reinsehen kannst.

    Wenn Marken also wichtige Träger sind. Bingo, dann rein damit in das Schaufenster. Wenn nicht, dann gerne auf eine andere Seite. Also ein zweites Schaufenster, wo nur Markenlogos drinstehen und ich sehe, was der Shop für Marken am Start hat.

    Die Linkmenge und die Linkplatzierung bleibt relevant und das hast du im Grunde mit dem Video bestätigt. Der Unterschied ist nur, dass der Punkt der Wichtigkeit sich mit steigender Linkpower nach unten verschiebt. Wenn ich oben mehr reingiesse, dann bekommt auch der kleine Link auf der „Toilette“ noch genug Power ab.

    Ich würde also meinen Kunden zu Fokussierung raten. Nenn es Scultping über Linkfokussierung. Im Grunde setze ich dann nicht auf nofollow, Tricks nicht mit Ajax oder hoffe, dass js nicht gelesen wird. Ich setze bestimmte Links einfach auf bestimmten Seiten nicht, sondern verlinke höchsten in neue Themenwelten und Verzeichnisbereiche, wo ich wieder neu entscheiden kann, was ich wie wohin geben an Trust.

    Dominik. Wir liegen da nicht weit auseinander. Gar nicht weit ud ich hätte deinen Namen vielleicht nicht nochmal ins Spiel bringen sollen. War vielleicht unklug von mir. Ich bin da auch ähnlich gestrickt wie du und das meine ich wirklich ehrlich. Psycholgie gelingt mir auch nicht immer perfekt ;-). Sorry

    Lieben Gruß

    Marco

    • Dominik Wojcik Antworten

      Stimmt vom Prinzip stimme ich dir zu, wir liegen wirklich nicht weit auseinander. Auch der Schaufenster Gedanke passt wunderbar zum Reasonable User Modell.

      Lass uns das nochmal in Ruhe bei einem Bierchen besprechen 😉

      VG

      Dominik

  • Robert K. Antworten

    Hi Dominik,

    Vom Prinzip her stimm ich dir zu, auf jeden Fall unterscheidet Google wichtige und unwichtige Links nach Position. Ich glaube aber nicht das hier schon die Position auf der Seite entscheidend ist, sondern die Position im Quelltext! Ein Link der im Quelltext im Footer eingebaut ist und dann mittels css above the fold verschoben wird, bekommt meiner Meinung nach weniger Gewichtung als ein Link der in der nähe des öffnenden body tags.

    Kannst mich gerne eines besseren belehren solltest du andere Erfahrungen gemacht haben 😉

    Gruß,
    Robert

    • Dominik Wojcik Antworten

      Stichwort „Instant Preview“ . Google rendert Seiten und erkennt sehr genau wo was auf der Seite platziert ist. Da ist es egal ob du per CSS die Divs anders positionierst 😉

      • Julian Antworten

        Bei dieser Diskussion drehe ich auch immer durch 😉
        Ohne es getestet zu haben: warum sollte Google einen Link anders bewerten nur weil der Webdesigner CSS kann? float left /right ist jetzt nicht so schwer

  • Filip Antworten

    Hi Dominik,

    toller Podcast 😉 ich hab (mal wieder) das ganze Video angesehen. Ich mag deine Denkweise und kann dir nur zustimmen, solange es für den User gut ist, wird es auch bei Google positiv gewertet. Ich kenne es von mir selbst, dass ich hier und da mal mit Links geize, um den User (übertrieben) zu lenken. Besser ist es, Links vor allem sinnvoll zu setzen, denn dadurch wird die User-Experience besser und ich bin mir sicher, dass auch Google das belohnt.

    Gruß
    Filip

  • André von checkdomain Antworten

    Hey Dominik,

    sehr cooles Whiteboard. Danke! Ich finde Deine Sicht auf die Interne Verlinkung sehr interessant. Denn ich finde auch, dass diese feste Prozentverteilung nicht mehr so schlüssig ist. Besonders das Verwenden der GA Daten klingt da einleuchtend 😉

    Zudem macht es in manchen Fällen für den User auch Sinn, wenn es mehr als 100 interne Links auf der Seite sind.

    Besten Gruß aus Lübeck
    André

  • Thomas Antworten

    Hello Dominik,

    runder Beitrag, richtig toll gemacht. Mir gefällt ja so und so deine Sichtweise, alles was bzw. wie es für den Besucher gut ist, wird auch für Google gut sein und positiv gewertet.
    Viele Grüße aus Köln,
    Thomas

  • Hans-Peter Antworten

    Ich weiß ned ob es etwas direkt mit Chrome & Calling-home zu tun hat.. aber ein guter Freund von mir schrieb Anno 2008 einen guten Artikel über Chrome und wie Chrome damals heimfunkte..

    http://synflood.at/blog/index.php?/archives/759-Google-Chrome-alles,-was-man-in-die-Adressleiste-eintippt,-wandert-an-Google.html

  • Uwe Antworten

    Hallo Dominik,

    super Video!

    Sei mir nicht „böse“, am besten fand ich die Stelle wo Du die Abmahn-Fuzzis erwähnt hast.

    Nun aber zur Sache: Ich habe viele kleine Seiten (Landingpages) die oft nur 3 bis 4 Unterseiten haben. Die Seiten die für mich wichtig sind und anscheinend auch für Google, z. B. die auf ein Foto linken, haben fast immer einen höheren PageRank als die die Seiten wo das Impressum steht. Natürlich hat die Hauptseite einen PageRank und die Unterseiten sind von der Hauptseite verlinkt. Kann also deiner Einschätzung zustimmen.

  • Sascha Blank Antworten

    Hallo Dominik,

    danke für dieses Video. Ist der 2. SEO@Whiteboard von Dir den ich mir anschaue und alle sind immer super interessant. Da ich noch eher in der fortgeschrittenen learning Phase stecke, sind da viele Anregende Sachen bei.

    Ich denke auch das Deine Ausführungen sehr viel Sinn ergeben. Und ich bin mir sicher, das dies alte Model wahrlich zu billig ist für die immens schlauen Köpfe die bei Google sitzen. Das wäre mir auch zu einfach.

    Das Model macht aufjedenfall Sinn und klingt recht schlüssig.

    Im übrigen finde ich es super das unsere SEO Szene soviel informativen Output hat. Ich finde noch jeden Tag neue Dinge oder Sichtweisen wo ich was lernen kann um unsere Agentur zu verbessern.

    Danke dafür und weiter so

    lg
    Sascha

  • Wolf Antworten

    Hi Dominik,

    danke für den Einblick in Deine „Denke“! 😉

    Allerdings sehe ich die Thematik mit dem Impressum etwas anders…
    Sicherlich ist es nicht notwendig das Impressum gezielt von außen anzulinken – intern denke ich aber schon.

    Ich kenne sehr viele (nicht-im-Internet-wohnende) User, die speziell bei Shops der 2. und dritten Reihe nach der Startseite oder spätestens vor dem Kauf ins Impressum schauen um einen Endruck vom Seitenbetreiber zu bekommen. Ob ihnen das etwas bringt oder nicht, sei dahin gestellt… aber es gibt ihnen offenbar ein gewisses Gefühl der Sicherheit.

    Ergo bin ich der Ansicht, dass es (bei Shops) durchaus sinnvoll ist gerade solche Seiten mit einem besonderen Augenmerk zu betrachten und den Seiten mehr „Liebe“ angedeihen zu lassen – auch was die Verlinkung angeht.

    Gerade Impressumseiten kann ich ja auch wunderbar als Hub verwenden und dem User meine Angebote und Inhalte noch „näher“ zu bringen.

    Wie siehst Du – und die anderen Leser der Kommentare – das?

    Liebe vorweihnachtliche Grüße
    Wolf

  • Andreas Antworten

    @Dominik: Interessanter und hilfreicher Beitrag. Vor allem aber leicht verständlich und ziemlich differenziert. Lese gerne Deine Beiträge.

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