Backlinkdaten in den Google Webmaster Tools

Eine regelmäßige Kontrolle des eigenen Backlinkprofils ist in Zeiten von strafferen Google-Filtern Gold wert. Eine Quelle, die sich für eine solche Analyse eignet, sind die Google Webmaster Tools. Uli Lutz, Mitarbeiter des Google-Search-Quality-Teams, hat auf der SEOkomm 2012 verlauten lassen, dass es für Webmaster empfehlenswert ist, sich auf die in den Webmaster Tools angezeigten Backlinks zu konzentrieren. Doch schauen wir uns die Funktion einmal genauer an.

Google Webmaster Tools Backlinkdaten

Wo findet man die Backlinkdaten?

Sofern man Zugriff auf eine Domain in den Google Webmaster Tools hat, so findet man die Backlinkdaten unter „Zugriffe“ -> „Links zu Ihrer Website“. Die Daten sind in die Bereiche „Wer erstellt die meisten Links?“, „Ihr am meisten verlinkter Content“ und „So sind Ihre Daten verlinkt“ unterteilt. Dazu sehen Sie auch die Linkpopularität Ihrer Website verzeichnet.

Anhand von „Wer erstellt die meisten Links?“ können Sie übrigens die Domainpopularität der Website ablesen (bis zu 1.000 Domains), während „Ihr am meisten verlinkter Content“ die Daten auf Linkzielbasis herunterbricht. „So sind Ihre Daten verlinkt“ zeigt die verwendeten Ankertexte an. Hierbei muss beachtet werden, dass die Anzahl der Ankertexte auf 200 limitiert ist und sowohl interne als auch externe Ankertexte angezeigt werden.

Wichtig: Wenn verschiedene Hostnamen auf der Domain zum Einsatz kommen (sprich blog.trustagents.de und www.trustagents.de), dann sollten diese Hostnamen getrennt in den Webmaster Tools bestätigt werden!

Wie regelmäßig werden die Daten geupdated?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass zwischen dem Auftauchen eines Backlinks in den Webmaster Tools und dessen Erstellung drei bis vier Wochen vergehen können. Die von mir beobachteten Links waren zwar im Google Index und brachten einige Referrals, in den Webmaster Tools tauchten sie aber erst nach der oben genannten Zeitspanne auf.

Ergo: Tagesaktuell sind die in den Webmaster Tools verzeichneten Daten keinesfalls. Ein Nachteil gegenüber kostenpflichtigen Tools!

Was für Linkquellen tauchen auf?

Die Linkquellen sind gut durchmischt und in nicht wenigen Fällen tauchen auch Scraper-Websites auf – hier stellt sich die Frage, ob Google diese häufig doch sehr qualitativ-minderwertigen Links überhaupt zählt. Wehren kann man sich gegen diese Art von Links (außer über das Disavow-Tool) nicht.

Wie umfangreich sind die Backlinkdaten der Webmaster Tools

Über das Interface besteht weiterhin die Beschränkung auf maximal 1.000 Datensätze in den verschiedenen Ebenen. Die Ausnahme bildet hier der Bereich Ankertexte bzw. „so sind Ihre Daten verlinkt“, in dem maximal 200 Einträge auftauchen. Man muss immer beachten, dass die Daten die „beliebtesten“ Ausprägungen darstellen – was genau die Beliebtheit ausmacht, bleibt dabei unklar.

Dank der Downloadmöglichkeit „Aktuelle Links herunterladen“ ist die Beschränkung allerdings passé – hier tauchen auch weit über 1.000 Datensätze von beispielsweise unterschiedlichen Domains auf. Leider sind im Export nur die Linkquelle und das Datum des Auffindens des Backlinks verzeichnet – Informationen zu Linkzielen und Ankertexten fehlen allerdings vollständig. Wie kommt man also an diese doch sehr wichtige Information?

Ankertexte und Linkziele fehlen – wie kommt man an diese Information?

Das Fehlen von Ankertextinformationen und Linkzielen der in „Aktuelle Links herunterladen“ gelisteteten Links ist ein riesiger Mallus, der die Analyse der Verlinkungen erschwert. Um diese Daten möglichst schnell zusammenzutragen, ist die Verwendung eines Crawlers notwendig und ich nehme dazu entweder den Trust Agents Crawler oder den Screaming Frog (www.screamingfrog.co.uk/seo-spider/) – da letzterer der breiten Masse für nur 99 Pfund im Jahr zur Verfügung steht, zeige ich anhand von diesem, wie man die Daten zusammensuchen lassen kann.

So crawlt man Ankertexte und Linkziele mit dem Screaming Frog

Das wird benötigt:

  • Datenexport „Aktuelle Links herunterladen“ aus den Webmaster Tools
  • Screaming Frog Spider

Zuerst muss die Liste der Linkquellen erstellt werden, anhand derer der Screaming Frog seine Arbeit verrichten soll. Dazu öffnet man den Download und kopiert die Linkquellen in eine .txt Datei. Wichtig ist hierbei, dass weiterhin eine Linkquelle pro Zeile in der .txt-Datei steht. Die Datei speichern Sie unter einen beliebigen Namen ab.

Der Screaming Frog bietet zwei Crawling-Möglichkeiten: Einmal der „normale“ Spidermodus, mit dem man eine Website analysieren kann und zum anderen der Listenmodus, in dem man einen Satz an URLs zum Crawling an den Spider übergibt. Diese Option ist die richtige Wahl für unser Vorhaben. Um den Crawling-Modus zu ändern, muss man unter „Mode“ von „Spider“ auf „List“ umgestellt werden:

Screaming SEO Frog zur Analyse von Linkquellen verwenden

Unterhalb der Konfigurationsleiste sollte nach Auswahl von „List“ eine Schaltfläche „Select File“ erscheinen. Nach einem Klick darauf, muss man die zuvor erstellte .txt-Datei auswählen.

Screaming Frog List-Modus

Wenn alles gut verlaufen ist, sollten im erscheinenden Dialog alle in der .txt-Datei verzeichneten URLs erscheinen. Damit ist die Basiskonfiguration des Crawlers bereits abgeschlossen. Unter „Configuration“ -> „User-Agent“ kann optional noch der User-Agent auf „Google-Bot“ umgestellt werden und unter „Custom“ (ebenfalls unter „Configuration“ zu finden) kann noch ein „Does contain“ bzw. „Does not Contain“-Filter gesetzt werden, um sich nachher alle Websites auflisten zu lassen, die einen oder mehrere bzw. keinen Link mehr zur eigenen Website enthalten. Dazu gibt man einfach den Domainnamen (ohne www und http) an.

Custom Filter im Screaming Frog anlegen

Jetzt kann der Crawlingvorgang gestartet werden. Nach dessen Abschluss müssen die Daten aus dem Screaming-Frog noch exportiert und z.B. in Excel weiterverarbeitet werden. Voilà: Jetzt sind zu den Linkquellen auch die bisher fehlenden Informationen zu Ankertexten und Linkzielen zu finden.

Weitere Informationen zu den Möglichkeiten des Screaming-Frogs sind bei seers-interactive zu finden.

SEO-KPIs zu den Linkquellen aggregieren

Die nun vorliegenden Daten kann man nach eigenem Gutdünken noch mit zusätzlichen SEO-KPIs anreichern, z.B. den Pagerank der Domain, deren Sistrix-Sichtbarkeit oder die IP-Adresse – entsprechende APIs vorausgesetzt. Bei manchen dieser Abfragen kann auf die SEOTools for Excel zurückgegriffen werden.


Als Anregung zum Schluss ein paar Fragestellungen, zu denen Ihr euch mal Gedanken machen könnt und die wir auch gerne hier in den Kommentaren oder auf der Campixx diskutieren können:

  • Was genau steckt hinter „Beliebtheit?“
  • Was ist von Links zu halten, die nicht in den Webmaster Tools verzeichnet sind, aber existieren?

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Kommentare (3)

  • Rene Antworten

    Sich auf diese Backlinks zu konzentrieren macht schon deshalb Sinn, weil Google diese nicht anzeigen würde, wenn diese nicht in irgendeiner (positiver und negativer) Form ins Ranking einbezogen werden würden.

  • Philipp Hirzberger Antworten

    Hi,

    danke für den Artikel und die Erklärung wie man die Backlinks auf seiner Seite checken kann. Ich bin auch der Meinung, dass Google jene die in den Webmaster Tools aufscheinen als wichtig erachtet.

    Bei mir ist das Problem aktuell, dass immer steht keine Daten verfügbar. Hab ehrlich gesagt keine Ahnung warum das so ist. Bei anderen Projekten funktioniert das Tool einwandfrei.

  • HAN SEO Antworten

    Mittlerweile werden in den Google Webmaster Tools im Bereich der „Links zu Ihrer Webseite“ unter „Ankertexte“ (So sind Ihre Daten verlinkt) die internen Ankertexte angezeigt. Schon Mal ein kleiner Schritt weiter – allerdings sollten hier doch die Ankertexte der EXTERNEN Links angezeigt werden.

    Hab ich hier was verpasst? Ist das ein Bug?

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