Backlink Tools im Vergleich

Der Einfluss von Backlinks auf das Ranking einer Website ist bekannt und aus diesem Grund ist es für Suchmaschinenoptimierer immens wichtig, nicht nur das eigene Backlinkprofil genau zu kennen, sondern auch das der Wettbewerber gezielt zu analysieren. Da Google auf die Anfrage „Wer verlinkt auf die Domain meines Wettbewerbers“ keine akkurate Antwort bietet, gehören Backlinkchecker zum Toolrepertoire jedes SEOs. Im Rahmen des Backlinkchecks einer Domain habe ich die Daten aus verschiedenen Tools aggregiert und möchte euch die Ergebnisse im Folgenden zur Verfügung stellen.

Übersicht der verwendeten Backlinktools

Am Markt tummeln sich eine Reihe von Tools, die um die Gunst (und das Portemonnaie) der SEOs buhlen. Für meinen Check habe ich auf folgende Tools zurückgegriffen:

Name des Tools Paket Kosten pro Monat
Linkresearch Tools Superhero 369€
Sistrix 100€
ahrefs Professional ~62€ (79$)
MajesticSEO Silver 39,99€
Google Webmaster Tools 0€

Über die Domain: Es handelt sich um eine deutsche Domain, die seit dem Jahr 2009 online ist und seitdem auf organischem Weg ein paar Verlinkungen einsammeln konnte.

Diese Daten lieferten die Backlinktools

Schauen wir uns zuallererst an, wie viel Daten die einzelnen Backlinkchecker liefern (Erklärung: Ich habe pro Backlinktool die Host- und Domainpopularität ermittelt. Unter „kombiniert“ sind die Daten aller Tools zusammengefasst.):

SEO Backlinkchecker Datenumfang der Tools

Erstaunlich ist die hohe Diskrepanz zwischen den einzelnen Tools und der Kombination aller – eine Ausnahme bilden den Linkresearchtools, die auf insgesamt 22 Linkquellen zugreifen und deshalb aus dem größten Datenpool schöpfen. Bei der Betrachtung der Domainpop gewinnt demzufolge die Linkresearchtools vor Google Webmaster Tools und MajesticSEO.

Da die Anzahl der Domains erstmal nichts über die Qualität aussagt, habe ich mich der Kennzahl „Domainauthority“ von SEOMoz bedient und einen weiteren Chart generiert. In diesem wurden die Domains in Domainauthority-Bereiche eingeteilt.

Verteilung SEOMoz Domainauthority pro Tool

Neben der Betrachtung der absoluten Werte ist auch die prozentuale Verteilung interessant:

Die Prozentuale Verteilung der Domainauthority pro Tool

Datenqualität: Offlinequote der Backlinktools

Ein häufiges Problem der diversen Tools ist die aktuelle Verfügbarkeit der Links. Aus diesem Grund habe ich mir angeschaut, wie viele der Backlinks tatsächlich noch online sind. Als „online“ wurde eine Domain gewertet, wenn mindestens ein Link auf der Website noch online war.

Vergleich der Online & Offline-Domain

Wenn ich mir das Ergebnis in Prozenten anschaue, komme ich auf folgende Verhältnisse:

Prozentualer Anteil an offline Links

Fazit: Welches Backlinktool darf es denn nun sein?

Vorneweg: Ich habe nur eine einzelne Domain betrachtet und die Ergebnisse lassen sich nicht 1:1 auf andere Domains übertragen. Dennoch: Mich hat die große Differenz zwischen den einzelnen Tools und den aggregierten Daten überrascht. Speziell bei der Analyse bei von Pinguin-betroffenen Domains macht es durchaus Sinn, sich nicht nur auf eine Linkquelle zu beschränken, sondern möglichst viele Daten zusammenzutragen.

Wenn ihr mich fragt, welche Lehren ich aus den Daten ziehe: Die Backlinkdaten der Google Webmaster Tools haben eine hohe Datenqualität (nur sehr wenige Links sind offline), sind allerdings nicht für „fremde“ Domains und immer mit ca. 3 Wochen Verzögerung verfügbar. Von den kostenpflichtigen Backlinktools bietet gemäß der ermittelten Daten ahrefs.com das meiste fürs Geld: Es werden nicht nur viele Links gefunden, sondern diese sind zum Großteil auch wirklich online. Wer einen möglichst umfassenden Überblick über die Backlinks einer Domain erhalten möchte, kommt am Superhero-Account der Linkresearchtools nicht vorbei. Bei der verwendeten Beispieldomain waren allerdings überdurchschnittlich viele Backlinks nicht verfügbar.

Ich freue mich auf die Diskussion! Gerne kann ich auch weitere Charts aus den mir vorliegenden Daten generieren.

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Kommentare (22)

  • Serge Antworten

    Mich würde interessieren, wie das Tool von SEOkicks bei dem Test abschneiden würde.
    Schon irgendwelche Erfahrungen damit gemacht? Man kann das nämlich auch schön mit Excel abfragen, ohne einen Account zu haben…

    • Stephan Czysch Antworten

      SEOkicks hatte ich am Anfang auch im Pool, die Domainpopularität war dort aber unter 100

      • Marcel Antworten

        Vielleicht wäre das trotzdem interessant gewesen, Sistrix liegt mit 104 ja auch nicht weit über 100. Falls SEOkicks irgendwo zwischen 70-100 liegt wäre das für ein kostenloses Tool ja schon nicht schlecht, immerhin kostet allein das Sistrix Linkmodul 100€/Monat und SEOkicks hatte zuletzt ein starkes Wachstum im Datenbestand. Wäre für weitere Tests in der Zukunft also vielleicht spannend zu sehen.
        Anders als die meisten anderen Tools löscht SEOkicks alte Links auch immer sehr schnell, das wirkt sich zwar negativ auf die angezeigte Domainpop aus, macht die Daten aber eher besser als schlechter.

  • Arndt Antworten

    Hi,

    es ist etwas ungeschickt die Linkresearchtools mit dem „Expert“ Account gegen Majestic laufen zu lassen. Die LRT, die bei diesem Account nur die Daten von Majestic berücksichtigen, werfen natürlich die selben Daten aus. Wie man ja auch schön an der prozentualen Verteilung in deinen Grafiken sehen kann.
    Auf dieser Accountsufe sind die LRT nur ein sehr teurer Filter für Majestic SEO 😛 machen also eigentlich keinen Sinn wenn man ein wenig mit den Rohdaten umgehen kann.

    Grüße

    • Stephan Czysch Antworten

      Hallo Arndt,

      danke für deinen Hinweis. Ich schaue nochmal in die Daten rein – soweit ich weiß, haben wir einen „Spezialaccount“, der als Expert läuft, aber Zugriff auf alle 22 Datenquellen liefert. Zumindest sagt mir das das Backend :)

      Der Datenüberschnitt in den Charts ist aber schon sehr hoch.

      VG Stephan

      • Arndt Antworten

        Ich denke da habt ihr keinen „Spezialaccount“ :-)

        Grüße, Arndt

    • Stephan Czysch Antworten

      Ist jetzt ausgemerzt :)

  • Tobias Antworten

    Hallo Stephan,

    Vielen Dank für den Beitrag. Finde ich sehr inspirierend;)

    Lg

    Tobias

  • Gerald Steffens Antworten

    Ich befürchte dass der Beitrag zu den LRTs noch mal ein Update erfahren müsste. So gut wie mir der Rest gefällt.

    • Stephan Czysch Antworten

      Habe ich auch so gesehen und den Beitrag entsprechend überarbeitet – die neuen Daten sind jetzt drin!

  • Maik Antworten

    Und was sagt uns das? Immer erst Hirn einschalten.
    Es sollte doch jeden klar sein das die besten Daten selbst von Google kommen und nicht von irgendwelchen SEO-Tools. Die SEO-Tools haben zwar alle ihre berechtigung irgendwo, aber sie erledigen nicht die Arbeit. Die Backlinkanalyse der Tools solltet ihr eher als Inspiration neue Linkquellen für euch sehen :) .

  • Dominik Antworten

    Es wird ja oft behauptet, dass die LRT mehr Links finden, aber dass es wirklich so offensichtlich ist hätte ich nicht gedacht. Ich selbst nutze ahrefs und seolytics, wobei mir seolytics immer ein paar mehr Links findet. Trotzdem möchte ich auch auf ahrefs nicht verzichten.

    @Serge
    SEOkicks wird glaub für die Backlinkanalyse bei Seitenreport herangezogen – und die ist für den Allerwertesten.

    • Stephan Czysch Antworten

      Vielleicht baue ich nochmal einen Chart zu den Überschneidungen und wie viele Links die einzelnen Tools als einzige gefunden haben.

      Eventuell ist es ja der Fall, dass man mit Majestic/SEOlytics und ahrefs sehr nah an die LRT rankommt, die Kosten aber deutlich drunterliegen.

  • Tobias Fox Antworten

    Hi Stephan,

    prima, schön dass Du Dir die Zeit genommen hast und die Daten geshared hast mit uns!

    Was ist mein Fazit aus Deinem Beitrag:

    1.) Die LRT haben analog zu Majestic (da wohl ähnliche/gleiche Datenquelle) einen ziemlich hohen Anteil an Offline-Links, was bei der Analyse und der Bereitstellung der Daten an Kunden ärgerlich sein kann.

    2.) Sistrix hat relativ „wenige“ Gesamtlinks und es gibt einen nicht unerheblichen Unterschied zwischen dem Normal- und der Experten-Ansicht

    3.) Die Webmastertools haben eine super geringe Fehlerquote an Backlinks, was natürlich daran liegen wird, dass die häufiger die Links re-crawlen und auf Status prüfen.

    Lieben Dank für die Einschätzung. Wer natürlich noch VIEL mehr Zeit hat, könnte eine Auswertung mit ca. 10 verschiedenen Domains, verschiedenen Alters und verschiedener Branchen durchführen, um die Daten der Tools noch besser unterscheiden zu können. Ob eine Domain repräsentativ ist, wage ich zu bezweifeln.

    Liebe Grüße aus Stuttgart,

    Tobi

    • Stephan Czysch Antworten

      Hi Tobi,

      danke für deine Sicht der Dinge. Kann dem Ganzen nur zustimmen.

      P.S. Vielleicht verteile ich mal „Strafarbeit“ an einen meiner Kollegen und lasse wesentlich mehr Domains betrachten.

      Gruß nach Stuttgart

  • Frank Antworten

    Eigentlich ist es ja auch hilfreich „alte“ Links in den Tools zu haben um abgebaute oder durchgerutschte Links ggf. reaktivieren zu können. Der große Anteil an kaputten Links zeigt aber auch dass die Update Zyklen der Tools unterschiedlich groß sein könnten / sind.

    Manche Tools haben ja als Ausgangspunkt ihrer Suche oder Schwerpunkt USA, andere Europa bzw. Deutschland. Ich würde hier mal 3 – 5 US, DE, UK und was Exotischeres (BY, PL oder com.tr) Domains analysieren. Dann sieht man auch wo die einzelnen Tools ihre Schwerpunkte haben / hatten. Würde auch SEOlytics und SM mal mit reinnehmen da die zwar nicht den gleichen Anspruch haben wie LRT, als eierlegende Wollmilchsau zumindest aber Grundbedürfnisse befriedigen (sollten).

    Zu den WM Tools:

    Je größer die Seite desto älter aber auch die Linkdaten in den WM Tools. Muss ehrlich sagen dass ich bei Seiten mit Dom Pop > 1000 oder breiter Ausrichtung und redaktionellen Inhalten mit Historie eigentlich gar nicht mehr auf die WM Tools schaue. Da ist zwar viel drinnen, aber auch viele Links die es nicht mehr gibt bzw. viele Zielseiten die es nicht mehr gibt.

    PS Bei Stefans Kommentar über mir steht „Stephan Czyschvor -6377 Sekunden“

    • Stephan Czysch Antworten

      Hi Frank,

      wir spielen ganz gerne am Raum-Zeit-Kontinum, deshalb mache ich mir da keine Sorge :).

      @Alte Links:
      Wenn die Links als „Gelöscht“ markiert sind, ist das natürlich ein super Vorgehen. Leider ist das nicht immer der Fall. Ein super Tool wäre ein „Dropped Link Alert“ – das kann man sich natürlich mit Linkbird und Co. oder anzapfen der API auch bauen, aber es geht ja um eine massentaugliche Lösung

      @Toolschwerpunkte:
      Korrekt, die Datenbasis kann sich von Land zu Land stark unterscheiden.

      p.s. Komm doch mal wieder im Office vorbei. Fifa wartet!

  • Frank Antworten

    Jetzt steht da „Stephan Czyschvor 2 Tagen“ und bei mir gerade „Frank vor -7199 Sekunden“

  • Sebastian Antworten

    Hallo Stephan,
    ich wollte fragen, wie unser Backlinkchecker (www.backlinktest.com) bei der Testdomain abschneidet. Das würde mich interessieren :-)

    Viele Grüsse

    • Stephan Czysch Antworten

      Hi Sebastian,

      mit Backlinktest.com lande ich bei 121 Domains. War auf jeden Fall auch noch mindestens eine Domain dabei, die in den anderen Tools nicht angezeigt wurde. Leider fehlt bei eurem Tool die Export-Funktion im CSV-Format (oder ähnlich, aktuell ja nur PDF)

  • Sebastian Antworten

    Hallo Stephan,
    danke vielmals! Also in etwa Sistrix-Level, super. Der CSV-Support ist schon in Arbeit und sollte hoffentlich bald fertig sein :-)

    Viele Grüsse

  • Markus Lemcke Antworten

    Vielen Dank für diese tolle Übersicht!
    Ich bin noch immer hin und her gerissen bei der Überlegung, ab wann es sich lohnt mit einem kostenpflichtigen Tool zu arbeiten!

    Ich habe mal Linkbird getestet und irgendwie hat das Tool schon tolle Funktionen.
    Allerdings müssen ja die Kosten für solch ein Tool auch auf die Kunden umgelegt werden.

    Wie erkläre ich einem bestehenden Kunden, dass ich ab jetzt ein Tool für eine Backlinkanalyse benötige?

    Herzliche Grüße

    Markus Lemcke

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